Probe-Feuer beim Bühnenaufbau
WÜRZBURG Die Bühnenaufbauarbeiten für ein großes Konzert in der Carl-Diem-Halle laufen auf Hochtouren. Plötzlich bricht Feuer aus, im Hallenbereich entsteht eine starke Rauchentwicklung: Großübung der städtischen Freiwilligen Feuerwehr in der Carl Diem Halle vergangenen Freitag.
Für Schaulustige war es ein spektakuläres Schauspiel, für die Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks (THW) Probe des Ernstfalls. In nur wenigen Sekunden versperrt dichter Rauch die Sicht, für mehrere Bühnenarbeiter und Hallenwarte gibt es kein Entkommen. Die Feuerwehr wird alarmiert. In wenigen Minuten erscheint sie vor Ort.
Mit Atemschutzgeräten und Gasmasken gewappnet, erkämpfen sich die Feuerwehrleute ihren Weg durch den dichten Rauch. Generalangriff auf den Brandherd! Immer wieder rufen die Männer: "Hallo - ist da jemand?" Per Funk dirigiert der Einsatzleiter, der sich zuvor ein Bild vom Unfallort gemacht hat, die beteiligten Feuerwehrleute. Unterdessen hat sich der Brand an verschiedenen Stellen der Halle ausgeweitet: Verletzte müssen unter anderem vom Dachboden und aus dem Heizungskeller geborgen werden. Systematisch wird jeder Raum durchsucht, danach wird das Ergebnis an den Einsatzleiter zurückgemeldet. Schließlich muss er wissen, wo sich seine Leute befinden.
Als sehr schwierig erweist sich die Bergung vom Dachboden: Krabbelnd, tastend und schwer atmend müssen die Feuerwehrleute den Weg nach oben suchen. Jede Minute zählt, zumal der Sauerstoff im Atemschutzgerät nur zirka 15 Minuten unter extremer Belastung ausreicht; im Normalfall reicht er 30 Minuten.
Um die Arbeit der Feuerwehrleute zu erleichtern, sind Mitarbeiter des herbeigerufenen Technischen Hilfswerks (THW) auf das Dach der Halle geklettert, haben mit einem Presslufthammer ein Loch gebohrt, damit der Rauch entweichen kann.
Dieser Einsatz war lediglich eine Übung der Freiwilligen Feuerwehr Würzburg. Ein Nebelgerät sorgte für den realitätsnahen Hintergrund.
Ausgerückt waren an diesem Freitagabend 82 Feuerwehrleute aus den Stadtteilen Sanderau, Heidingsfeld, Grombühl und der Zellerau. Im Einsatz war auch ein 30 Mann starkes Team des THW. Insgesamt 16 Fahrzeuge wurden eingesetzt.
So wie im Ernstfall bestand die Aufgabe der Einsatzkräfte in einem umfassenden Löschangriff. Die Gefahr für Mensch und Natur sollte minimiert werden.
Zufrieden mit dem Ergebnis war Übungsleiter Klaus-Dieter Schulz. Besonders erfreut war man über die gemeinsame Übung mit dem THW. Bei größeren Einsätzen müssen die Feuerwehr und das THW ohnehin zusammenarbeiten. "In der letzten Zeit haben wir kaum geübt", sagte Christian Schulz. Um die Arbeit zu optimieren, sei das gemeinsame Proben deshalb wichtig, so der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Brandmeister.
Gideon Zoryiku |