Feurige Glutnester unter den Dachziegeln
Würzburg Was für ein Wochenende für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste: Sie waren im Dauereinsatz, um Brände zu löschen und Verletzte zu versorgen.
Los ging es relativ harmlos. Am Freitag verstopften wie immer die Kanaleinläufe bei dem starken Gewitter gegen 17 Uhr. Überflutet wurden so der Berliner Ring und die Seinsheimstraße. Erst als die Kanal-Einläufe sauber gemacht wurden, floss das Wasser wieder ab.
Ernst wurde es ab 19:37 Uhr: Der Dachstuhl eines Hauses im Maasweg am Nikolausberg hatte nach einem Blitzeinschlag Feuer gefangen. Als die Berufsfeuerwehr, unterstützt von ihren freiwilligen Kollegen aus der Stadtmitte, Zellerau, Versbach und Unterdürrbach, eintraf, brannte fast die gesamte Dachfläche. Der Chef der Würzburger Berufsfeuerwehr Franz-Josef Hench: "Der Einsatz war schwierig, denn wir kamen weder von innen noch von außen richtig an den Brandherd". Wegen der Hanglage mussten Feuerbekämpfer tragbare Leitern einsetzen.
Doch der Aufwand ging noch weiter: Eine Dachdeckerfirma rüstete das Haus ein, die Ziegeln wurden entfernt und die Glutnester einzeln abgelöscht. Dieser Einsatz, an dem 60 Leute beteiligt waren, forderte Höchstleistungen, zog Hench Bilanz. Nach neun Stunden, also gegen 4 Uhr, war erst alles unter Kontrolle. Der Schaden wird auf 150 000 Euro geschätzt.
Noch während am Maasweg gegen die Flammen gekämpft wurde, schrillte um 20:32 Uhr ein neuer Alarm: ein Fernsehgerät brannte in der Breslauer Straße. Die Freiwillige Feuerwehr Sanderau und die Berufkollegen aus der Hofstraße rückten mit der Drehleiter aus. Als die Brand-Spezialisten nach acht Minuten dort eintrafen, loderten die Flammen schon in der ganzen Wohnung.
Mit drei Wasserrohren konnte das Feuer in Schach gehalten werden. Alle anderen Wohnungen wurden ebenfalls kontrolliert. Zwei Appartements mussten aufgebrochen werden, da die Mieter nicht zu Hause waren. Die Bilanz: Im Einsatz waren neben der Berufsfeuerwehr Löschzüge aus der Sanderau, aus Grombühl und Heidingsfeld mit 48 Leuten; der Rettungsdienst versorgte einen Mieter mit einer leichten Rauchvergiftung und betreute eine Behinderte; zwei Wohnungen waren nicht mehr benutzbar, der Schaden wird auf 120 000 Euro geschätzt; der Einsatz dauerte vier Stunden.
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Und das Gewitter richtete noch mehr Schäden an. Um 21.49 stürzte ein Baum im Rothweg um. Der 25 Meter hohe Baum war dabei auf einen Rohbau gekracht und lag auf der Dachfläche. Da keine direkte Gefahr von dem Holz ausging, sperrte die Feuerwehr den Bereich ab und informierte das Gartenamt der Stadt Würzburg. Die wird den Baum entfernen.
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Um 23:36 kam der nächste Alarm bei der Berufsfeuerwehr an: Brand bei der US-Army in den Leighton-Barracks. Als die Einsatzkräfte, diesmal der zweite Löschzug mit Männern, die eigentlich dienstfrei hatten, eintraf, löste sich das Ganze zum Glück in Wohlgefallen auf. Ein Blitzschlag hatte die Feuermelde-Anlage in der Kaserne ausgelöst.
Fotos: B. Diem
Quelle: Main Post |