Hauptmenü
Bildergalerie > Einsatzbilder > 2003
Einsatzbilder von der Versbacherstraße am 02. September 2003
Flachdach repariert: Haus stundenlang in Flammen
Versbach - Stundenlang kämpften die Feuerwehrleute mit den Flammen, gewaltige Rauchschwaden zogen über die Stadt: Bei einem Brand in einem Versbacher Mehrfamilienhaus sind am Dienstag Nachmittag vier Menschen verletzt worden. Sie wurden mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus gebracht.
Drei von ihnen waren Arbeiter einer Firma, die auf dem Flachdach des dreistöckigen Hauses Bitumen verschweißte. Laut Polizei-Sprecher Wolfgang Glücker sollten sie einen Dachgully erneuern. Dabei kam es vermutlich zu einer Überhitzung. Es war gegen 1240 Uhr, als das Dach Feuer fing. Die Arbeiter alarmierten sofort die sechs Hausbewohner, die zu diesem Zeitpunkt daheim waren. Das Doppelhaus wurde evakuiert, eine ältere Frau wurde mit Hilfe der Feuerwehr ins Freie gebracht. Der jungen Familie Zanovsky steht zwei Stunden später noch der Schrecken ins Gesicht geschrieben. Sie wohnen im ersten Stock, nur Sandalen und das Handy konnten sie auf die Schnelle mitnehmen. Zufällig gingen sie auf ihren Balkon, als über ihnen schon das Feuer loderte. Machtlos müssen sie nun von der Straße aus zusehen, wie die Flammen hochschlagen, dann zäh am Dach des Hauses nagen. Die kleine Irina (8) fürchtet um ihre Puppen, während Papa Konstantin hadert:
"Erst letztes Jahr hab' ich alles neu tapeziert. Und die Möbel haben wir erst bekommen." Treppenhaus und Wohnungen sind durch die starke Rauchentwicklung stark verqualmt. Die Nacht mussten die Zanovskys bei Freunden verbringen. Gestern war noch unklar, ob die Bewohner schon heute wieder in das Haus zurückkehren können. Bis in die Nacht sind die Feuerwehrleute im Einsatz. Nicht mit Wasser, sondern mit Spezialschaum versuchen sie, dem Feuer Herr zu werden. Denn die Brandherde in der Decke sind schwer zugänglich. Um besser an sie heranzukommen, wird das Dach aufgesägt. Den Schaden am Haus schätzt die Polizei auf 400 000 Euro. Die zwei Löschzüge der Berufsfeuerwehr wurden von 30 Mann der Freiwilligen Feuerwehren aus Würzburg, Lengfeld und Versbach unterstützt. Vier Drehleitern wurden herbeigeschafft. Als Rettungsdienst eilten neun Fahrzeuge von Würzburger Hilfsorganisationen herbei.
"Jeder Rauch ist giftig - wegen des Kohlenmonoxids"
BRK-Rettungsdienstleiter Jens-Uwe Greiner
Die weit sichtbaren Rauchwolken hatten zunächst eine gelbliche Färbung. Für Jens-Uwe Greiner, Einsatzleiter des BRK-Rettungsdienstes, ein Indiz dafür, dass giftige Stoffe verbrannten. "Aber jeder Brandrauch ist giftig, allein wegen des Kohlenmonoxides", sagte er gegenüber der MAIN-POST.
Die Bewohner in Versbach und den benachbarten Stadtteilen wurden über Rundfunk-Durchsagen aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen. Dies galt insbesondere für die nahe Uni-Klinik in Grombühl. Der Wind trieb den Rauch aber vor allem Richtung Greinberg-Knoten, wo sich Autofahrer streckenweise wie in einem Nebeltal vorkamen. Die Versbacher Straße musste bis während des Einsatzes komplett gesperrt werden.
Quelle: Main-Post
Andreas Jungbauer



























































Bilder: Norbert Schneider